Menschenrechte
Als global tätiges Gesundheitsunternehmen tragen wir Verantwortung für Menschen – in unserem täglichen Handeln, unseren Geschäftsbeziehungen und entlang unserer Wertschöpfungsketten. Unsere Geschäftstätigkeiten können mit Auswirkungen auf verschiedene Stakeholdergruppen verbunden sein. Daher ist die Achtung der Menschenrechte ein zentraler Bestandteil unseres unternehmerischen Handelns.
Die folgende Grafik zeigt beispielhaft, wie unsere Geschäftstätigkeiten mit potenziellen menschenrechtlichen Auswirkungen verbunden sein können und welche Stakeholdergruppen davon betroffen sein könnten.
Die auf diesem Bild gezeigten Personen und Geschichten sind rein fiktiv. Ähnlichkeiten mit realen Personen sind rein zufällig und nicht beabsichtigt.

Anjing und Lisa arbeiten an Vorprodukten. Diese beziehen wir von unseren Lieferanten. In unseren eigenen Fertigungsstätten verarbeiten wir sie dann weiter, beispielsweise zu Medizintechnik, die in Krankenhäusern bei der Behandlung von Menschen hilft. Von unseren Lieferanten erwarten wir, dass sie unsere menschenrechtlichen Grundsätze achten – auch in ihrer Wertschöpfungskette. Die Grundlage dafür bilden unsere Menschenrechtserklärung und unsere Verhaltenskodizes für Geschäftspartner. Denn auch bei der Arbeit von Menschen wie Anjing und Lisa, die tief in unserer Wertschöpfungskette tätig sind, können menschenrechtliche Risiken entstehen oder auch Menschenrechte verletzt werden. Im Rahmen unserer Einflussmöglichkeiten setzen wir uns für geeignete Präventions- und Abhilfeaktivitäten ein.

Dunya wohnt mit ihren Kindern neben einer unserer Produktionsstätten. Auch wenn sie nicht an Vorprodukten arbeitet oder bei Fresenius tätig ist, sind ihre Menschenrechte zu achten. So ist Fresenius z. B. dafür verantwortlich, Wasser- und Luftverschmutzung oder unverhältnismäßige Lärmbelästigung zu vermeiden, um so das Wohlergehen von Menschen wie Dunya und ihren Kindern zu unterstützen.

Alejandro arbeitet für ein Logistikunternehmen, das Fresenius beim Transport von Arzneimitteln und Medizintechnik unterstützt. Als direkter Vertragspartner ist das Unternehmen ein wichtiger Teil unserer Wertschöpfungskette. Wir folgen einem risikobasierten Ansatz und analysieren mögliche Auswirkungen auf Menschen wie Alejandro. Wenn es geboten ist, leiten wir zusätzliche Präventionsmaßnahmen ein.

Chi, Benjamín, Shiva und Carmen arbeiten für Fresenius. Trotz unterschiedlicher Berufe und Aufgabenbereiche haben sie eines gemeinsam: Fresenius ist als Arbeitgeber für die Achtung ihrer Menschenrechte im betrieblichen Kontext verantwortlich. Dazu gehört z. B. die Arbeitssicherheit durch angemessene Schutzausrüstung im Umgang mit Patientinnen und Patienten. Oder auch, dass Menschen wie Chi, Benjamín, Shiva und Carmen im Umgang mit Betriebsmitteln geschult werden oder mindestens die geltenden gesetzlichen Pausen- und Ruhezeiten einhalten.

Wie für Millionen setzen wir uns täglich für die Gesundheit von Najuk und Valentina ein. Ob im Krankenhaus, zu Hause oder ambulant – sie sind Teil unserer Wertschöpfungskette. Während Najuk im Krankenhaus behandelt wird, erhält Valentina zu Hause unsere Medikamente. Das Wohl von Najuk, Valentina und all unseren Patientinnen und Patienten steht im Mittelpunkt unserer menschenrechtlichen Sorgfaltspflicht.
Die Kernelemente unseres Menschenrechtsprogramms
Die dargestellten Beispiele verdeutlichen, wie unsere Geschäftstätigkeiten mit Menschen und potenziellen menschenrechtlichen Auswirkungen verbunden sein können. Um solche Risiken zu identifizieren, zu bewerten und ihnen verantwortungsvoll zu begegnen, haben wir ein konzernweites Menschenrechtsprogramm etabliert, das auf unserem Bekenntnis zur Achtung der Menschenrechte in den eigenen Geschäftsaktivitäten sowie entlang unserer Wertschöpfungskette basiert.
Das Programm umfasst fünf Kernelemente. Gemeinsam übersetzen sie die Grundsätze unserer Menschenrechtserklärung in konkrete Prozesse, Verantwortlichkeiten und Aktivitäten in allen Operating Companies.
Ein zentrales Anliegen unseres Menschenrechtsprogramms ist es, die Perspektiven potenziell betroffener Menschen und ihrer Vertretungen zu verstehen und in unsere menschenrechtlichen Sorgfaltsprozesse einzubeziehen.
Deshalb streben wir einen kontinuierlichen Dialog mit relevanten Stakeholdern und ihren Vertretungen an und bauen diesen weiter aus. Ihre Erfahrungen und Sichtweisen helfen uns dabei, Risiken besser zu verstehen, Prioritäten zu setzen und unser Menschenrechtsprogramm kontinuierlich weiterzuentwickeln.
Die folgende Grafik veranschaulicht beispielhaft ausgewählte Stakeholdergruppen, die solchen Risiken in besonderem Maße ausgesetzt sein können. Die Darstellung ist nicht abschließend.

Prioritätsbereiche
Basierend auf unseren Geschäftstätigkeiten, Beschaffungsstrukturen und unserer globalen Präsenz haben wir fünf strategische menschenrechtliche Prioritätsbereiche identifiziert. Sie zeigen auf, in welchen Bereichen menschenrechtliche Risiken mit höherer Wahrscheinlichkeit auftreten können und wo unsere Geschäftstätigkeiten potenziell Auswirkungen auf Menschen haben können.
Die Prioritätsbereiche wurden auf Grundlage einer strukturierten Bewertung potenzieller menschenrechtlicher Auswirkungen in unserem eigenen Geschäftsbereich und entlang unserer Wertschöpfungsketten definiert. Da sich unsere Geschäftstätigkeit und unser Betriebsumfeld kontinuierlich weiterentwickeln, werden diese Prioritätsbereiche regelmäßig überprüft und bei Bedarf angepasst.
Der Prioritätsbereich im Überblick
Wir sind in komplexen globalen Wertschöpfungsketten tätig, die eine Vielzahl unterschiedlicher Beschäftigter und Tätigkeiten umfassen. In einigen Ländern und Branchen können Beschäftigte erhöhten Menschenrechtsrisiken ausgesetzt sein. Dazu zählen unsichere Arbeitsbedingungen, Einschränkungen der Vereinigungsfreiheit, übermäßige Arbeitszeiten, Löhne unterhalb des gesetzlichen Mindestlohns oder schädliche Praktiken bei der Anwerbung von Arbeitskräften. Diese Risiken können sowohl Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Fresenius als auch Beschäftigte entlang unserer Wertschöpfungsketten betreffen, insbesondere in Bereichen mit geringerer Transparenz.
Unser Ansatz in diesem Prioritätsbereich
Wir setzen uns für ein respektvolles Arbeitsumfeld mit sicheren und gesunden Arbeitsbedingungen sowie für Löhne ein, die den lokalen Vorgaben entsprechen oder diese übersteigen. Wir achten und wahren die Vereinigungsfreiheit der Beschäftigten im Einklang mit den geltenden Gesetzen. Diese Verpflichtungen sind in unseren internen Standards verankert, darunter die Gruppenrichtlinie zu Sozial- und Arbeitsstandards und der konzernweite Verhaltenskodex, und werden durch Schulungen und Sensibilisierungsmaßnahmen unterstützt. Wir erwarten von unseren Geschäftspartnern, dass sie vergleichbare Grundsätze einhalten, wie sie in unseren Verhaltenskodizes für Dritte und Lieferanten festgelegt sind. Darüber hinaus können unsere Standorte gegebenenfalls extern zertifizierte Standards und Managementsysteme anwenden.
Der Prioritätsbereich im Überblick
Zwangsarbeit und Kinderarbeit stellen in globalen Wertschöpfungsketten weiterhin erhebliche Menschenrechtsrisiken dar, insbesondere in vorgelagerten Lieferketten, in denen die Transparenz eingeschränkt sein kann. Je nach Land, Branche und Zusammensetzung der Belegschaft können Beschäftigte Nötigung, Täuschung, Schuldknechtschaft oder anderen Formen der Ausbeutung ausgesetzt sein. Kinder können Arbeiten ausgesetzt sein, die ihre Bildung, Entwicklung oder ihr Wohlergehen beeinträchtigen. Solche Risiken können bei Tätigkeiten wie der Rohstoffgewinnung und Produktion sowie in bestimmten Dienstleistungssektoren auftreten. Sie können dort stärker verbreitet sein, wo der Arbeitnehmerschutz schwach ausgeprägt ist oder häufig gering qualifizierte Arbeitskräfte oder Arbeitsmigrantinnen und -migranten beschäftigt werden.
Unser Ansatz in diesem Prioritätsbereich
Wir lehnen jede Form von Zwangsarbeit, Kinderarbeit, Nötigung und Gewalt strikt ab und setzen uns für die Einhaltung der geltenden Mindestaltersvorgaben ein. Beschäftigungsverhältnisse müssen stets auf Freiwilligkeit beruhen. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können ihr Arbeitsverhältnis unter Einhaltung einer angemessenen Kündigungsfrist im Einklang mit den geltenden lokalen Gesetzen beenden. Diese Anforderungen sind in unseren internen Standards verankert, darunter der konzernweite Verhaltenskodex und die Gruppenrichtlinie zu Sozial- und Arbeitsstandards. Wir stärken kontinuierlich unsere Kontrollmechanismen und weitere Präventionsmaßnahmen, um ihre Umsetzung zu unterstützen. Auch von unseren Geschäftspartnern erwarten wir die Einhaltung vergleichbarer Standards, wie sie in unseren Verhaltenskodizes für Dritte und Lieferanten festgelegt sind.
Der Prioritätsbereich im Überblick
Diskriminierung kann sowohl am Arbeitsplatz als auch im Rahmen der Erbringung von Gesundheitsdienstleistungen innerhalb der Geschäftstätigkeit und entlang der Wertschöpfungsketten von Fresenius auftreten. Unter bestimmten regulatorischen, gesellschaftlichen oder branchenspezifischen Rahmenbedingungen können Beschäftigte, Bewerberinnen und Bewerber sowie Patientinnen und Patienten aufgrund persönlicher Merkmale ungleich behandelt werden. Solche Risiken können beispielsweise bei der Einstellung, Vergütung, den Arbeitsbedingungen, der beruflichen Weiterentwicklung und beim Zugang zu Gesundheitsversorgung auftreten. Angehörige marginalisierter Gruppen können davon in besonderem Maße betroffen sein.
Unser Ansatz in diesem Prioritätsbereich
Wir setzen uns für Chancengleichheit für alle ein und lehnen jede Form von Diskriminierung ab. Unser Ansatz orientiert sich an den geltenden Gesetzen und Antidiskriminierungsvorschriften. Wir erwarten, dass der Umgang miteinander am Arbeitsplatz von Respekt, Fairness und Wertschätzung geprägt ist. Beleidigungen, Belästigungen und jede andere Form diskriminierenden Verhaltens werden nicht toleriert. Diese Grundsätze sind in unseren internen Standards verankert, darunter die Gruppenrichtlinie zu Sozial- und Arbeitsstandards und der konzernweite Verhaltenskodex, und werden durch Schulungen und Sensibilisierungsmaßnahmen unterstützt. Auch von unseren Geschäftspartnern erwarten wir die Einhaltung vergleichbarer Standards, wie sie in den von den Unternehmensbereichen verwendeten Verhaltenskodizes für Dritte und Lieferanten festgelegt sind.
Der Prioritätsbereich im Überblick
Unsere Mission ist, durch eine zugängliche und hochwertige Gesundheitsversorgung Menschenleben zu retten und zu verbessern. Risiken für die Menschenrechte von Patientinnen und Patienten sowie Teilnehmenden an klinischen Studien können entstehen, wenn Gesundheitsdienstleistungen, Produkte oder damit verbundene Prozesse unsicher, unwirksam oder nicht zugänglich sind oder wenn persönliche Gesundheitsdaten nicht ausreichend geschützt werden. Zu diesen Risiken können eine unzureichende medizinische Versorgung ebenso wie Beeinträchtigungen der Sicherheit, Qualität oder Zugänglichkeit von Produkten und Dienstleistungen gehören.
Unser Ansatz in diesem Prioritätsbereich
Wir verpflichten uns, Patientinnen und Patienten eine sichere, wirksame und hochwertige Versorgung zu bieten. Dieses Bekenntnis ist auch in unserem konzernweiten Verhaltenskodex verankert. Wir bieten Medizinprodukte und Gesundheitsdienstleistungen an, die strengen Qualitäts- und Sicherheitsstandards unterliegen. Unsere konzernweiten Qualitätsmanagementsysteme tragen dazu bei, die Sicherheit, Qualität und Zugänglichkeit unserer Produkte und Dienstleistungen über ihren gesamten Lebenszyklus und entlang unserer Wertschöpfungsketten sicherzustellen. Sowohl in der Produktion als auch im klinischen Bereich tragen Qualitätskontrollen dazu bei, Risiken zu reduzieren, Mängel zu vermeiden und Produkte und Dienstleistungen zuverlässig in einer Qualität bereitzustellen, die den geltenden Qualitäts- und Sicherheitsanforderungen entspricht.
Der Prioritätsbereich im Überblick
Unsere Geschäftstätigkeit und unsere Wertschöpfungsketten können Auswirkungen auf die Umwelt haben, die die Gesundheit und das Wohlergehen von Menschen und lokalen Gemeinschaften beeinträchtigen können. Diese Auswirkungen können über den gesamten Lebenszyklus pharmazeutischer und medizintechnischer Produkte hinweg entstehen – von der Rohstoffgewinnung über die Herstellung, den Transport und die Nutzung bis hin zur Abfallentsorgung. Zu den relevanten Umweltthemen zählen klimarelevante Emissionen, Wasserverbrauch und Ressourcenverbrauch. In einigen Fällen kann auch die Freisetzung antimikrobieller Substanzen in die Umwelt zur Entstehung antimikrobieller Resistenzen (AMR) beitragen und damit weiterreichende Risiken für die öffentliche Gesundheit verursachen.
Unser Ansatz in diesem Prioritätsbereich
Wir verpflichten uns, unsere Umweltleistung kontinuierlich zu verbessern und negative Umweltauswirkungen zu vermeiden, zu reduzieren und zu mindern. Diese Verpflichtungen sind in unserer Umweltrichtlinie verankert und werden durch Umweltmanagementsysteme, Umweltziele sowie die Einhaltung geltender Gesetze und Vorschriften unterstützt. Wir lassen unsere Systeme von externen Partnern und Aufsichtsbehörden überprüfen und bauen die Zahl der nach ISO 14001 und ISO 50001 zertifizierten Standorte kontinuierlich aus. Darüber hinaus arbeiten wir daran, Antibiotikarückstände im Abwasser zu reduzieren, und streben für eine wachsende Zahl von Antibiotika an unseren Standorten eine Zertifizierung durch die AMR Industry Alliance an.
Überprüfung von Angemessenheit und Wirksamkeit
Die Umsetzung der Kernelemente unseres Menschenrechtsprogramms ist kein einmaliger Prozess. Deshalb überprüfen und verbessern wir unsere Sorgfaltsprozesse fortlaufend. Zur Beurteilung ihrer Angemessenheit und Wirksamkeit berücksichtigen wir regelmäßig Erkenntnisse aus Menschenrechtsrisikoanalysen, Audits, internen Kontrollaktivitäten, Hinweisgebersystemen sowie regulatorischen Entwicklungen.
Die daraus gewonnenen Erkenntnisse helfen uns, Optimierungsbedarfe zu identifizieren, Prioritäten zu setzen und unsere Prozesse und Methoden kontinuierlich weiterzuentwickeln.
“Bei unserem Engagement für Menschenrechte geht es nicht nur um die Umsetzung gesetzlicher Vorschriften oder um eine Floskel. Es steht in engem Zusammenhang mit unseren Werten und unserem Versprechen: Committed to Life.”
− Lasse Kowalewski, Head of Group Sustainability Strategy & Head of Group Human Rights Office
Kontakt
Fresenius SE & Co. KGaA
Else-Kröner-Str. 1
61352 Bad Homburg
Deutschland
humanrights@fresenius.com
Hinweisgebersystem
Hinweise zu möglichen menschenrechtlichen oder andersartigen Compliance-Verstößen können Sie rund um die Uhr namentlich oder anonym über unser Hinweisgebersystem* melden:
Telefonnummer: +49 (0) 800 181 1338*
https://freseniusgroup.ethicspoint.com
Weitere Infos zum Hinweisgebersystem
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Unser Menschenrechtsprogramm
Konzernweite Governance & Verantwortlichkeiten Risikoanalyse & Auswirkungen Prävention und Abhilfe Systeme und Verfahren zur Meldung von FehlverhaltenWeiterführende Links
Compliance Fresenius Sustainability Highlights Magazin vol. 3 Nachhaltigkeitsbericht 2025 Menschenrechte bei Fresenius Kabi Menschenrechte bei Fresenius HeliosDownload Center
LkSG-Bericht (Menschenrechte) (PDF, 193 KB)
Die Berichterstattung zur Achtung der Menschenrechte für das Jahr 2024 und folgende finden Sie in unserem Nachhaltigkeitsbericht (CSRD-Bericht). Weitere Informationen zum Menschenrechtsprogramm von Fresenius sind hier auf dieser Webseite verfügbar.