Der Ministerpräsident des Saarlandes Tobias Hans hat gestern das „Stammwerk“ der Dialysatoren-Fertigung von Fresenius Medical Care in St. Wendel besucht. Im Mittelpunkt des Treffens stand zum einen die Besichtigung der hochmodernen Produktion von Dialyseprodukten; außerdem ließ sich Hans die Pläne für den Bau eines zweiten Hochregallagers erläutern. Begleitet wurde der Ministerpräsident von Bürgermeister Peter Klär. Der Besuch fand unter „2G-Plus“-Bedingungen und unter strengen Hygiene- und Abstandsregeln statt.
Bei einem Werksrundgang ließen sich die Gäste die hochtechnisierte Fertigung von Dialysefiltern (Dialysatoren) und anderen Dialyseprodukten erklären. Anschließend besprachen sie mit der Werksleitung neben den Erweiterungsplänen auch die Herausforderungen für produzierende Unternehmen durch die Covid-19-Pandemie.
„In St. Wendel stellt Fresenius Medical Care lebenswichtige Medizinprodukte für Patientinnen und Patienten weltweit her. Die hier entwickelten Produkte und Produktionsprozesse sind weltweit richtungsweisend“, sagte Ministerpräsident Hans. „Die Pläne für ein neues Hochregallager sind ein Vertrauensbeweis und bestätigen die hohe Qualität des Standorts für Produktionsbetriebe auf höchstem technischen Niveau. Die Pandemie hat uns nochmal deutlich vor Augen geführt, wie wichtig die Fertigung von Medizinprodukten in Deutschland ist.“
„Fresenius Medical Care in St. Wendel, das ist eine Erfolgsgeschichte, die geprägt ist von kontinuierlichen Investitionen und Erweiterungen. Aktuell brauchen wir größere Kapazitäten in der Logistik“, sagte Gerhard Breith, Werksleiter des Standorts St. Wendel von Fresenius Medical Care. „Hierfür möchten wir ein zweites hochmodernes Hochregallager bauen. Wir freuen uns dabei sehr darauf, die traditionell gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit allen politischen Ebenen fortzusetzen.“
Das geplante neue Hochregallager soll die Kapazitäten des Standorts von aktuell 30.000 Palettenplätzen um rund 60.000 Plätze erweitern. Fresenius Medical Care wird in den Neubau auf einer Fläche von 25.000 Quadratmetern mehr als 30 Millionen Euro investieren. Die Inbetriebnahme ist für das Jahr 2025 geplant. Das gesamte Projekt ist sowohl beim Bau als auch beim Betrieb auf hohe Nachhaltigkeit hin konzipiert. So soll beispielsweise der Energieverbrauch um bis zu 20 Prozent gesenkt und der benötigte Strom aus erneuerbaren Energien selbst produziert werden.
Fresenius Medical Care ist der weltweit führende Anbieter von Produkten und Dienstleistungen für Menschen mit Nierenerkrankungen. Das Werk des Unternehmens in St. Wendel besteht seit über 40 Jahren. Heute gehört es zu den weltweit größten Produktionsstandorten für Dialysatoren und exportiert diese in die ganze Welt. Rund 2.000 Menschen arbeiten heute für Fresenius Medical Care in St. Wendel. Das Werk ist Entwicklungsstandort für neue Produkte und Produktionsverfahren, die auch an den anderen Standorten des Unternehmens zum Einsatz kommen.
Diese Mitteilung enthält zukunftsbezogene Aussagen, die verschiedenen Risiken und Unsicherheiten unterliegen. Die zukünftigen Ergebnisse können erheblich von den zurzeit erwarteten Ergebnissen abweichen, und zwar aufgrund verschiedener Risikofaktoren und Ungewissheiten wie z.B. Veränderungen der Geschäfts-, Wirtschafts- und Wettbewerbssituation, Gesetzesänderungen, behördlichen Genehmigungen, Auswirkungen der Covid-19-Pandemie, Ergebnissen klinischer Studien, Wechselkursschwankungen, Ungewissheiten bezüglich Rechtsstreitigkeiten oder Untersuchungsverfahren und die Verfügbarkeit finanzieller Mittel. Diese und weitere Risiken und Unsicherheiten sind im Detail in den Berichten der Fresenius Medical Care AG & Co. KGaA beschrieben, die bei der U.S.-amerikanischen Börsenaufsicht (U.S. Securities and Exchange Commission) eingereicht werden. Fresenius Medical Care übernimmt keinerlei Verantwortung, die in dieser Mitteilung enthaltenen zukunftsbezogenen Aussagen zu aktualisieren.
Das Fresenius SE & Co. KGaA Commercial Paper Programm bietet die Möglichkeit der kurzfristigen Finanzierung am Geldmarkt von bis zu 1,5 Mrd €. Emittiert wird dabei über das europäische Commercial Paper Programme (ECP).
Commercial Paper Programm
| Emittentin | Fresenius SE & Co. KGaA, Fresenius Finance Ireland plc. |
|---|---|
Programmbetrag | € 1.500.000.000 |
Arrangeur | Commerzbank |
Händler | Barclays, Commerzbank, Crédit Agricole, DZ BANK AG, Landesbank Baden-Württemberg, Landesbank Hessen-Thüringen, ING Bank N.V. |
Emissions- und Zahlstelle | Commerzbank |
Laufzeit | bis zu 1 Jahr abzüglich 1 Tag |
Fresenius Kabi investiert rund 35 Millionen Euro in die Modernisierung des Produktionsstandortes im französischen Louviers. In den nächsten zwei Jahren soll ein Neubau mit einer Fläche von 3.300 Quadratmetern mit je zwei Sterilisationseinheiten und Produktionslinien für Freeflex®-Infusionsbeutel die bisherigen Produktionsanlagen ersetzen. Damit sichert das Unternehmen auch künftig die Verfügbarkeit dieser wichtigen Produkte. Fresenius Kabi beschäftigt am Standort Louviers rund 370 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Insgesamt arbeiten in Frankreich rund 1.500 Menschen für das Unternehmen.
Fresenius Kabi investiert rund 35 Millionen Euro in die Modernisierung des Produktionsstandortes im französischen Louviers. In den nächsten zwei Jahren soll ein Neubau mit einer Fläche von 3.300 Quadratmetern mit je zwei Sterilisationseinheiten und Produktionslinien für Freeflex®-Infusionsbeutel die bisherigen Produktionsanlagen ersetzen. Damit sichert das Unternehmen auch künftig die Verfügbarkeit dieser wichtigen Produkte. Fresenius Kabi beschäftigt am Standort Louviers rund 370 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Insgesamt arbeiten in Frankreich rund 1.500 Menschen für das Unternehmen.
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Alternative LeistungskennzahlenDie gemeinnützige Organisation CDP hat in ihrem diesjährigen Ranking die Einstufung von Fresenius in die zweithöchste Kategorie B bestätigt. Damit zählt Fresenius erneut zu den führenden Unternehmen im Gesundheitssektor. Unternehmen in den Kategorien A und B zeichnen sich durch Transparenz, koordinierte Klimaschutzmaßnahmen und die Umsetzung entsprechender Best-Practice-Ansätze aus. CDP gehört zu den renommiertesten Klima- und Umweltrankings am Kapitalmarkt. Mehr als 590 Investoren nutzen die jährlichen Ergebnisse zur Einschätzung von Klimaschutzaktivitäten und klimabezogener Risiken und Chancen der bewerteten Unternehmen.
Die gemeinnützige Organisation CDP hat in ihrem diesjährigen Ranking die Einstufung von Fresenius in die zweithöchste Kategorie B bestätigt. Damit zählt Fresenius erneut zu den führenden Unternehmen im Gesundheitssektor. Unternehmen in den Kategorien A und B zeichnen sich durch Transparenz, koordinierte Klimaschutzmaßnahmen und die Umsetzung entsprechender Best-Practice-Ansätze aus. CDP gehört zu den renommiertesten Klima- und Umweltrankings am Kapitalmarkt. Mehr als 590 Investoren nutzen die jährlichen Ergebnisse zur Einschätzung von Klimaschutzaktivitäten und klimabezogener Risiken und Chancen der bewerteten Unternehmen.
Die gemeinnützige Organisation CDP hat in ihrem diesjährigen Ranking die Einstufung von Fresenius Medical Care bestätigt. Das Unternehmen wurde erneut in den zweithöchsten Kategorien B im Bereich Klima und B- im Bereich Wasser gelistet. Damit zählt Fresenius Medical Care erneut zu den führenden Unternehmen im Gesundheitssektor. Unternehmen in den Kategorien A und B zeichnen sich durch Transparenz, koordinierte Klimaschutzmaßnahmen und die Umsetzung entsprechender Best-Practice-Ansätze aus. CDP gehört zu den renommiertesten Klima- und Umweltrankings am Kapitalmarkt. Mehr als 590 Investoren nutzen die jährlichen Ergebnisse zur Einschätzung von Klimaschutzaktivitäten und klimabezogener Risiken und Chancen der bewerteten Unternehmen.
Es sind quälend lange Stunden. Jeder Blick zur Uhr lässt Mareen und Roy Schimmel glauben, die Zeit stehe still. An Schlaf ist für sie in dieser Nacht nicht zu denken: Während ihrem Sohn Kilian gerade ein Spenderherz transplantiert wird, kämpft Zwillingsbruder Jamie auf der Intensivstation um sein Leben.
(Veröffentlicht: Juni 2021)
Kilian, der etwas größere und kräftigere der 13-jährigen Jungen, verspürt 2017 nach dem Fußballtraining erstmalig Herzschmerzen. Die Eltern vermuten eine verschleppte Erkältung als Ursache, stellen ihn aber dennoch einem Arzt vor. Der wiederum überweist seinen Patienten zur genaueren Diagnose ans Herzzentrum Leipzig von Fresenius Helios. „Bei ihrer Untersuchung stellten die Ärzte der Kinderkardiologie bei Kilian eine genetisch bedingte Herzschwäche fest. Da wir ihn bei Helios aber in guten Händen wussten, nahmen wir diese Diagnose noch ruhig hin“, sagt Mareen Schimmel. Vorsorglich lassen die Eltern im Jahr 2019 auch den etwas zierlicheren Bruder Jamie von einer Kinderärztin gründlich untersuchen: Das erstellte Blutbild weist wie schon bei Kilian auf eine genetisch bedingte Herzschwäche, medizinisch Herzinsuffizienz genannt, hin
Ab jetzt nimmt der Leidensweg der Familie seinen Lauf. Im Mai 2020 alarmieren die Eltern den Notarzt, nachdem Jamie Vorboten eines Schlaganfalls zeigte. „Von Magdeburg aus wurde Jamie, wie zuvor schon Kilian, ins Herzzentrum Leipzig verlegt, wo man ihm einen Herzschrittmacher mit integriertem Defibrillator implantierte“, erzählt Roy Schimmel. Nur wenig später müssen die Ärzte denselben Eingriff auch bei Kilian vornehmen.
Die vermeintliche Ruhe, die danach für eine Weile einsetzt, ist jedoch trügerisch. Die Kinder sind immer weniger belastbar. Selten schaffen sie es, wenige hundert Meter ohne Pause zu gehen. Folgerichtig entscheiden die Ärzte im Herzzentrum, beide Jungen auf die Hochdringlichkeitsliste für ein Spenderherz zu setzen.
Am 21. Februar 2021 klingelt am Nachmittag bei Mareen Schimmel das Telefon. „Das Herzzentrum teilte uns mit, dass für Kilian ein Organ bereitsteht. Was mir in diesem Augenblick durch den Kopf ging, kann ich nicht beschreiben”, sagt sie. Kurze Zeit später steht bereits ein Rettungswagen vor der Tür. Bruder Jamie ist zu dieser Zeit bereits dauerhaft stationär im Herzzentrum untergebracht.
In der Helios-Klinik beginnen routiniert eingespielte Abläufe. Kilian wird für die Operation vorbereitet und gegen Mitternacht in die Narkose gelegt. Prof. Dr. Diyar Saeed, Leitender Oberarzt und Bereichsleiter für Herztransplantation und Kunstherzprogramm, sowie Dr. Marcel Vollroth, Oberarzt der Kinderherzchirurgie im Herzzentrum Leipzig, übernehmen die lebensrettende Operation. Ihnen zur Seite steht ein erfahrenes Team von Anästhesisten und Pflegekräften. Von den 339 Herztransplantationen, die 2020 in Deutschland durchgeführt wurden, entfielen 41 auf das Herzzentrum Leipzig. „Allerdings waren dies ausschließlich Erwachsene. Eine Transplantation eines Kinderherzens wurde bei uns im Haus letztmalig 2010 vorgenommen“, so Dr. Vollroth.
Die Ärzte entscheiden, beide Jungen auf die Hochdringlichkeitsliste für ein Spenderherz zu setzen.
Gegen halb fünf Uhr morgens erhalten Mareen und Roy Schimmel den erlösenden Anruf. „Professor Saeed sagte uns, dass der Eingriff ohne Komplikationen verlief und es Kilian den Umständen entsprechend gut gehe“, erzählt Mareen Schimmel. Doch diese Freude wird getrübt durch den Zustand, in dem Jamie sich gerade befindet. Der Junge baut zusehends ab, verliert drastisch an Kraft und fällt in einen lebensbedrohlichen Zustand. Dass Kilian und nicht er das Herz bekommt, liegt an der Größe des Spenderorgans. „Für Jamie war es schon zu groß“, sagt Dr. Vollroth. Die Eltern selbst haben frühzeitig ausgeschlossen, eine Entscheidung zur Reihenfolge zu treffen. „Für uns standen die Jungs diesbezüglich nie in Konkurrenz zueinander“, betont Roy Schimmel.
Um Jamie am Leben zu halten, wird beschlossen, ihm bis zur möglichen Transplantation ein Kunstherz einzusetzen. Ein Gedanke, der sich jedoch schnell erübrigt. Völlig überraschend meldet bereits drei Tage später die internationale Organisation Eurotransplant, die für die Zuteilung von Spenderorganen in acht europäischen Ländern zuständig ist, dass auch Jamie ein neues Herz erhalten werde. „Für das gesamte OP-Team hieß das Zurückspulen und alles auf Anfang“, erzählt Dr. Marcel Vollroth. Gleiche Ärzte, gleiches Team, gleicher professioneller Ablauf. Auch für Jamie beginnt der Sprung in ein neues Leben um Mitternacht und endet knapp fünf Stunden später.
„Für uns standen die Jungs diesbezüglich nie in Konkurrenz zueinander.“
Nach acht Wochen Klinikaufenthalt ist die Familie endlich wieder vereint. An die neuen Lebensrichtlinien für Transplantierte und einen Berg Tabletten haben sich die Jungen inzwischen gewöhnt. Freunde und Verwandte treffen sie aber noch nicht. Auch ohne die Covid-19-Pandemie wäre das Risiko einer Infektion zu hoch. Jamie kann jedoch schon wieder Gitarre üben und Kilian im eigenen Garten Fahrrad fahren.
Im Herzzentrum Leipzig sind alle froh und stolz auf das Erreichte. International hat es in der Herzchirurgie eine solche Situation noch nie gegeben. Die erfolgreiche Transplantation der Zwillinge ist ein Auftaktsignal. „Wir werden künftig wieder verstärkt Herztransplantationen bei Kindern ab einem Alter von etwa sieben Jahren vornehmen“, verdeutlicht Dr. Vollroth, der sich dabei weiterhin der Unterstützung von Prof. Saeed sicher sein kann.
Kontakt
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Friedrichstr. 136
10117 Berlin
Deutschland
T +49 30 521 321-0
Wie von Geisterhand bewegen sich die Roboterarme über dem Bauch des Patienten. Links und rechts des OP-Tisches zeigen Bildschirme ein vergrößertes 3D-Bild des Bauchinnenraums. Konzentriert sitzt Dr. Dr. Markus Mille an der Steuerkonsole, zwei Meter neben dem OP-Tisch. Er ist leitender Oberarzt der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie am Helios Klinikum Erfurt unter Chefarzt Prof. Dr. Albrecht Stier.
(Veröffentlicht: Februar 2021)
Mit den Händen steuert Dr. Mille routiniert die Bewegungen der vier Roboterarme. Sie sind mit den chirurgischen Instrumenten Schere, bipolare Fasszange und Greifzange ausgestattet. Der vierte Arm hält die Kamera. Über Fußpedale koordiniert Dr. Mille die Aktionen des Roboters und wechselt zwischen den einzelnen Armen. Für ein sensibleres Gefühl hat er seine Schuhe ausgezogen.
Der Patient hat Darmkrebs. Dr. Mille entfernt zunächst den Tumor und ein Stück des Dickdarms. Danach verbindet er den restlichen Dickdarm mit dem Dünndarm. Für diese sogenannte Hemikolektomie wurde der Bauch zuvor mithilfe von Kohlendioxid auf das Doppelte seiner normalen Größe aufgebläht, um Platz für die Instrumente zwischen der Bauchdecke und den Organen zu schaffen.
Roboterassistierte Operationen ermöglichen noch präziseres Arbeiten
Der Patient hat sich in einem Aufklärungsgespräch gemeinsam mit Dr. Mille für die Operation mit dem Roboter entschieden. „Bei einem solchen robotischen Eingriff können wir viel genauer operieren. Das ist schonender für die Patienten und wir können sie auch bei großen Eingriffen früher wieder aus dem Krankenhaus entlassen“, sagt Dr. Mille. Durch die Schnittwunden von maximal zwei Zentimetern blieben nur kleine Narben zurück.
Auch für Chirurginnen und Chirurgen bringt der Einsatz eines OP-Roboters Vorteile. Die Roboterarme lassen sich in sieben Freiheitsgraden bewegen, was im Vergleich zu herkömmlichen minimalinvasiven Eingriffen mit starren Instrumenten ein präziseres Arbeiten ermöglicht. Die Mediziner nehmen während der Operation eine sitzende Position ein, die Ermüdung und Rückenschmerzen vorbeugt. Zudem kann der Arzt durch die vergrößerte Darstellung des Operationsfeldes feine Strukturen wie Nerven und Gefäße besser erkennen.
„Es ist sehr beeindruckend, was mithilfe des Roboters möglich ist. Mittlerweile bin ich überzeugt: Das ist die Zukunft.“
Der Roboter heißt da Vinci Xi und kostet rund zwei Millionen Euro in der Anschaffung. Er führt keine Bewegungen eigenständig aus, vielmehr ist er ein verlängerter Arm des Operateurs. Mögliches Zittern der Hände wird ausgeglichen. Das System besteht aus drei Komponenten: der Chirurgen-Konsole, dem Patientenwagen und einem Rechnerturm, der als Verbindungsstück die Kommunikation zwischen den Komponenten regelt. Am Patientenwagen sind die Instrumente installiert.
„Als ich das erste Mal von solchen OP-Robotern hörte, dachte ich, das sei alles technische Spielerei“, erzählt Dr. Mille. „Dann habe ich mich intensiv mit dem Thema auseinandergesetzt und hatte mehrere Hospitationen. Es ist sehr beeindruckend, was mithilfe des Roboters möglich ist. Mittlerweile bin ich überzeugt: Das ist die Zukunft.“
Vor Dr. Milles erster OP am Menschen lag eine fundierte, mehrwöchige Ausbildung mit verschiedenen Schulungen und Hospitationen. Mithilfe von Computersimulationen trainierte er die richtige Steuerung des Roboters. Schließlich fuhr Dr. Mille nach Belgien in ein spezielles robotisches Trainingszentrum, um den da Vinci zum ersten Mal live am Modell anzuwenden. „An den OP-Tisch treten und loslegen, wie man es vielleicht von früher kannte, geht hier nicht. Der Umgang mit der Technik und der doch veränderten Operationsweise an der Konsole muss systematisch gelernt und intensiv trainiert werden“, sagt Dr. Mille. Auch das eingespielte OP-Team ist speziell für die Arbeit mit dem Medizinroboter ausgebildet.
Medizinroboter setzen sich durch
Die Darm-OP ist Dr. Milles 88. robotischer Eingriff. Besonders in Erinnerung ist ihm die Entfernung der Speiseröhre bei einem 85-jährigen Patienten. Für diesen komplexen Eingriff hat er – als erster in Thüringen und bei Helios – den Roboter gleich zweimal, erst am Bauch und dann am Brustkorb des Patienten eingesetzt. Bereits acht Tage nach der Operation konnte der Patient wieder entlassen werden.
Neben der Allgemein- und Viszeralchirurgie setzen den Roboter am Helios Klinikum Erfurt drei weitere Fachbereiche ein: Gynäkologie, Thoraxchirurgie und Urologie. Operiert werden können damit verschiedene Organe im Bauch-Brust-Raum und im Becken, wie Lunge, Leber, Gebärmutter oder Prostata. Das Gerät kommt auch in anderen Helios Kliniken zum Einsatz, unter anderem in Wuppertal, Schwerin, Krefeld, Duisburg und Aue. Denn roboterassistierte Medizin ist längst Realität: Laut Hersteller wurden im Jahr 2019 weltweit bereits mehr als 7,2 Millionen Operationen mit diesem System durchgeführt.
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