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Wenn Kunst messbar wird

Wie Quirónsalud den Einfluss von Bildern auf unser Wohlbefinden und die daraus folgende Bedeutung für neue Ansätze in der Patientenversorgung untersucht

Ein Gesicht vor einem Bildschirm. Ein kurzer Blick auf ein Gemälde. Ein kaum wahrnehmbares Zucken der Gesichtsmuskeln, minimale Veränderungen in der Hautreaktion, die Augen bleiben bei bestimmten Details des Bildes hängen. Diese kleinen Hinweise, die im Alltag oft unbemerkt bleiben, werden vom Forschungsprojekt „Emociones a través del arte” präzise erfasst. Im Mai 2024 startete Quirónsalud, unser spanischer Krankenhausbetreiber, das Projekt in Zusammenarbeit mit dem Museo Nacional Thyssen-Bornemisza und der Universidad Rey Juan Carlos, beide in Madrid. Die zentrale Fragestellung lautete: Welche Emotionen löst Kunst in uns aus? Und lässt sich diese Wirkung objektiv und quantitativ messen? Die Studie war die erste wissenschaftliche Studie dieser Art.

Über einen Zeitraum von acht Wochen untersuchten die Forschenden die Reaktionen von 127 Personen, darunter Patientinnen und Patienten von Quirónsalud. Dafür wurden ihnen ausgewählte Gemälde aus verschiedenen Epochen und unterschiedlichen Sammlungen des Museums digital vorgelegt. Mithilfe verschiedener Methoden analysierten die Forschenden, welche visuellen Elemente besondere Aufmerksamkeit auf sich zogen und welche Emotionen die Kunstwerke beim Betrachten hervorriefen.

Die Ergebnisse sind eindeutig: Farbe, Komposition und Beleuchtung spielen eine entscheidende Rolle bei der Beeinflussung von Emotionen in messbarem Umfang. Einige Bilder lösten überraschend einheitliche emotionale Reaktionen aus, während andere die allgemeinen Erwartungen nicht erfüllten. Ferner lösten einige Werke überwiegend positive Emotionen aus, während andere ausschließlich negative Emotionen hervorriefen. Die Studie liefert damit eine solide, datenbasierte Evidenzbasis für die seit Langem diskutierte Annahme, dass Kunst nicht nur subjektiv wirkt, sondern den emotionalen Zustand der Betrachtenden gezielt beeinflussen kann, was für das Wohlbefinden und die Gesundheit von potenzieller Bedeutung sein kann.

Beachtet werden sollte dabei, die Personen ausschließlich im Rahmen der Studie, also in einer kontrollierten Forschungsumgebung, mit den Kunstwerken in Kontakt kamen. Das Ziel: ein besseres Verständnis für den genauen Zusammenhang zwischen Kunst, Emotionen und Gesundheit zu bekommen.

„Die Erfahrungen unserer Patientinnen und Patienten sind ein zentraler Bestandteil unseres Verständnisses von Gesundheit. Initiativen wie das Projekt ‚Emociones a través del arte‘ helfen uns nicht nur, unser Wissen auf der Grundlage von wissenschaftlichen Erkenntnissen zu vertiefen. Sie eröffnen auch völlig neue Perspektiven, die es uns ermöglichen, kontinuierlich auf eine exzellente Versorgung und die Verbesserung des Wohlbefindens der Menschen hinzuarbeiten“, so Dr. Cristina Caramés, Leiterin Gesundheitsversorgung und Forschung bei Quirónsalud.

Mit der Veröffentlichung der Ergebnisse des Forschungsprojekts im Frühjahr 2025 ist die Arbeit keineswegs abgeschlossen. Geplant sind weitere Analysen der gesammelten Daten und deren Überführung in verschiedene Formate wie wissenschaftliche Publikationen oder digitale Anwendungen. 

Außerdem sollen die Daten als Basis für neue Forschungsansätze dienen. Ziel ist es, ein besseres Verständnis für den genauen Zusammenhang zwischen Kunst, Emotionen und Gesundheit zu bekommen. Langfristig sollen sich dadurch neue Wege eröffnen, um Patientinnen und Patienten von der positiven Wirkung von Kunst profitieren zu lassen – auf strukturierte, evidenzbasierte Weise.

Ob im wissenschaftlichen Bereich oder in der täglichen Krankenhausversorgung – beide Initiativen von Quirónsalud basieren auf derselben Überzeugung: Gesundheit umfasst mehr als nur medizinische Parameter und leitlinienbasierte Behandlungen. Emotionale Stabilität und das subjektive Wohlbefinden der Menschen sind ebenso wichtige Faktoren, insbesondere bei schweren Erkrankungen. Quirónsalud setzt daher auf die Kombination von innovativer Forschung und professioneller Praxis. Kunst wird so zu einem weiteren Baustein eines erweiterten, ganzheitlichen Gesundheitsverständnisses.

https://www.museothyssen.org/en/special/emotions-art