Um Menschenrechtsrisiken vorzubeugen, sie zu beseitigen oder zu minimieren, ergreift sowohl der Konzern als auch jeder Unternehmensbereich geeignete, auf den Einzelfall abgestimmte Präventionsmaßnahmen im eigenen Geschäftsbetrieb sowie in der Wertschöpfungskette. In Fällen, in denen unsere Geschäftstätigkeit Menschenrechtsverletzungen verursacht oder dazu beigetragen hat, ergreifen wir angemessene und wirksame fallspezifische Abhilfemaßnahmen.
Präventionsmaßnahmen
Die folgende Übersicht stellt eine nicht abschließende Zusammenfassung möglicher Standardpräventionsmaßnahmen für den eigenen Geschäftsbereich und / oder unsere Wertschöpfungskette dar.
Eigener Geschäftsbereich
Zu Standardpräventionsmaßnahmen im eigenen Geschäftsbereich gehören mitunter ein verbindlicher Verhaltenskodex für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Richtlinien zu Sozial- und Arbeitsstandards sowie Managementsysteme für Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz.
Neben Schulungen zum Thema Menschenrechte sowie Kommunikationsmaßnahmen zu unserer Menschenrechtserklärung stärken unser Internes Kontrollsystem (IKS) sowie regelmäßige Interne Audits die Umsetzung und Kontrolle unserer menschenrechtlichen Sorgfaltspflichten.
Wertschöpfungskette
Zu unseren Maßnahmen in der Wertschöpfungskette zählen unter anderem ein Verhaltenskodex für Geschäftspartner sowie risikobasierte Schulungen zu menschenrechtlichen Anforderungen, inklusive Informationen zum Hinweisgebersystem.
Ergänzt wird dies durch risikobasierte Prüfungen unserer Geschäftspartner. Menschenrechts- und Umweltklauseln in Verträgen sowie unsere Mitgliedschaften in Branchen- und Multi-Stakeholder-Initiativen unterstützen zusätzlich die Umsetzung unserer Sorgfaltspflichten entlang der Wertschöpfungskette.
Darüber hinaus entwickeln wir im Rahmen unserer Einflussmöglichkeiten spezifische Präventionsmaßnahmen, die auf die Ergebnisse der regelmäßigen und anlassbezogenen Risikoanalyse zugeschnitten sind und dokumentieren dies.
Weitere Ausführungen zu spezifischen Präventionsmaßnahmen finden Sie auf der Seite Risikoanalyse und Auswirkungen sowie im 2024 CSRD-Bericht in den Kapiteln „Arbeitskräfte des Unternehmens“ und „Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette“.
Was sind Menschenrechte? Wie melde ich eine mögliche Verletzung? Und was verbirgt sich hinter dem Begriff der menschenrechtlichen Sorgfaltsplicht? Die Antworten auf diese Fragen sollen für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie unsere Geschäftspartner klar sein, wenn wir wollen, dass unsere Selbstverpflichtung gelebt wird.
Deshalb haben wir neben zielgruppenspezifischen Schulungsangeboten zu einzelnen Menschenrechtsthemen ein dezidiertes Menschenrechtstraining entwickelt – zusammen mit Kolleginnen und Kollegen aus den unterschiedlichen Teilen unserer Organisation. Das Training wird seit 2025 sukzessive für unsere Beschäftigten ausgerollt und dient außerdem als unterstützende Maßnahme in der Zusammenarbeit mit unseren Lieferanten. Welche Lieferanten an den Schulungen teilnehmen sollen, hängt von ihrem jeweiligen Risikoprofil ab. Damit wollen wir aktiv dazu beitragen, unsere Unternehmenskultur weiterzuentwickeln und ein gemeinsames Verständnis der Sorgfaltspflichten in unserer Wertschöpfungskette zu schaffen.
Abhilfemaßnahmen
Jede Abhilfemaßnahme hat das Ziel, die menschenrechtliche oder umweltbezogene Verletzung zu beenden oder zu minimieren und, sofern möglich, umzukehren. Um die Wirksamkeit zu messen, prüfen wir in einem jeweils fallbezogen festgelegten Abstand die Umsetzung der Maßnahmen. Falls nötig leiten wir weitere Maßnahmen ein. Ein Vorgang gilt nur dann als abgeschlossen, wenn alle Abhilfemaßnahmen vollständig umgesetzt wurden.
Um negative Auswirkungen auf Rechteinhaberinnen und -haber zu begegnen, haben wir eine Toolbox zur praktischen Hilfestellung für menschenrechtliche Abhilfemaßnahmen erarbeitet. Diese richtet sich an die Kolleginnen und Kollegen, die an der Aufklärung von Menschenrechts- und Umweltverstößen, die die Mitarbeitenden von Fresenius sowie Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette betreffen, beteiligt sind und besteht aus unterschiedlichen Bausteinen. Dazu gehören eine allgemeine Anleitung für Abhilfemaßnahmen gemäß des deutschen Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (LkSG) sowie internationalen menschenrechtsbezogenen Standards und Grundsätzen. Darüber hinaus umfasst sie eine Anleitung zum Umgang mit spezifischen Menschenrechtsverletzungen und eine Handreichung zur Bewertung der Wirksamkeit von Abhilfemaßnahmen.
Angemessenheits - und Wirksamkeitsüberprüfung der ergriffenen Maßnahmen
Die Wirksamkeit von Präventions- und Abhilfemaßnahmen überprüfen wir nach der Implementierung kontinuierlich. Dabei fließen auch neue Erkenntnisse in die Bewertung ein, etwa aus unseren Risikoanalysen sowie Rückmeldungen von betroffenen Zielgruppen. Sollte es erforderlich sein, nehmen wir gezielte Anpassungen vor, um die Wirksamkeit der Maßnahmen weiter zu steigern.
Menschenrechte bei Fresenius
Unser MenschenrechtsprogrammKontakt
Fresenius SE & Co. KGaA
Else-Kröner-Str. 1
61352 Bad Homburg
Deutschland
humanrights@fresenius.com
Menschenrechtsprogramm
Unser Menschenrechtsprogramm Konzernweite Governance & Verantwortlichkeiten Risikobewertung & Auswirkungen Beschwerdeverfahren & -bearbeitungHinweisgebersystem
Hinweise zu möglichen menschenrechtlichen oder andersartigen Compliance-Verstößen können Sie rund um die Uhr namentlich oder anonym über unser Hinweisgebersystem* melden:
Telefonnummer: +49 (0) 800 181 1338*
https://freseniusgroup.ethicspoint.com
Mehr Infos zum Hinweisgebersystem
*Es gelten die Tarife Ihres Mobilfunk- bzw. Festnetzvertrages.
Die Berichterstattung zur Achtung der Menschenrechte für das Jahr 2024 und folgende finden Sie in unserem Nachhaltigkeitsbericht (CSRD-Bericht). Weitere Informationen zum Menschenrechtsprogramm von Fresenius sind hier verfügbar: fresenius.com/de/menschenrechte
Menschenrechtliche Risiken können sich im Laufe der Zeit ändern. Wir führen daher jährlich sowie anlassbezogen Risikoanalysen durch. Im Berichtszeitraum 2024 erfolgte diese im dritten und vierten Quartal. Eine anlassbezogene Risikoanalyse wurde nicht durchgeführt.
Prozess zur Identifizierung und Bewertung von Menschenrechtsrisiken
Die Identifizierung und Bewertung menschenrechtlicher Risiken in unserem eigenen Unternehmen sowie in unserer Wertschöpfungskette ist ein umfassender Prozess, der bei uns aus der Risikoidentifizierung, der Risikoanalyse und der Risikobewertung besteht. Wir verfolgen dabei einen risikobasierten Ansatz, der sich in drei Phasen gliedern lässt und nachfolgend mithilfe des fiktiven Protagonisten John erklärt wird.*
*Die auf diesen Bildern gezeigten Personen und Geschichten sind rein fiktiv. Ähnlichkeiten mit realen Personen sind rein zufällig und nicht beabsichtigt.
Interessiert daran, wie wir Risiken bewerten und priorisieren? Hier erfahren Sie mehr:
Zur Gewichtung und Priorisierung von Risiken haben wir eine umfassende Methodik zur Bewertung von Auswirkung (Impact) und Eintrittswahrscheinlichkeit (Likelihood) eingeführt. Mittels dieser Methodik werden die Risiken auf einer 4x4-Skala verortet.
Die Bewertung der Auswirkung (Impact) auf Betroffene reicht von „niedrig“ bis „schwer“ und erfolgt anhand von jeweils vier Bewertungskriterien: Umfang, Skala, Abhilfemöglichkeit und Unternehmensbeteiligung.
Die Bewertung der Eintrittswahrscheinlichkeit (Likelihood) reicht von „unwahrscheinlich“ bis „fast sicher“ und erfolgt anhand von jeweils drei verschiedenen Bewertungskriterien: Prozessbewertung, Bewertung von bereits bekannten ähnlichen Fällen sowie Kontextfaktoren, welche die Eintrittswahrscheinlichkeit erhöhen könnten.
Ergebnisse der Risikoermittlung
Im Rahmen der regelmäßigen Risikoanalyse, die wir für unsere eigene Geschäftstätigkeit und unsere Lieferketten entsprechend den Anforderungen geltender internationaler und nationaler Gesetze durchführen, identifizieren wir Themen und Risiken, die wir aufgrund ihrer potenziell schwerwiegenden Auswirkungen und unserer Möglichkeit, sie zu beeinflussen, als Priorität betrachten.
Priorisierte Risikobereiche im eigenen Geschäftsbereich
Die Risikoanalyse für das Berichtsjahr 2024 hat die nachfolgenden bestehenden, priorisierten Risikobereiche im eigenen Geschäftsbereich bestätigt und zusätzliche potenzielle Risiken aufgezeigt:
- Diskriminierung und Ungleichbehandlung
- Vereinigungsfreiheit und Kollektivverhandlungen
- Arbeitssicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz
Präventivmaßnahmen zur Risikominderung im eigenen Geschäftsbereich
Als Gesundheitskonzern tragen wir nicht nur Verantwortung für das Wohl unserer Patientinnen und Patienten, sondern auch für die Gesundheit und Sicherheit unserer Beschäftigten. Wir haben eine Konzernrichtlinie zu Sozial- und Arbeitsstandards implementiert. Die Leitlinie beschreibt unsere globalen sozialen und arbeitsrechtlichen Mindeststandards. Wir erwarten von unseren Beschäftigten und von Führungskräften in allen Unternehmensbereichen des Konzerns, dass sie diese Leitlinie uneingeschränkt einhalten. Niedrigere Standards sind nicht akzeptabel. Sollten Gesetze oder Praktiken in Ländern, in denen wir agieren, die in dieser Richtlinie dargelegten Standards einschränken oder ihnen widersprechen, wenden wir die Richtlinie an, soweit es die lokalen Gesetze zulassen Im Fresenius-Verhaltenskodex ist verbindlich festgehalten, dass wir notwendige Maßnahmen zum Schutz unserer Beschäftigten und zur Vermeidung arbeitsbedingter Unfälle und Erkrankungen treffen.
Ein sicheres und gesundes Arbeitsumfeld zu schaffen, hat dabei für uns Priorität. Beim Gesundheitsschutz ist Prävention unser Grundprinzip: Deshalb bieten wir unseren Arbeitskräften umfassende Programme an, die ihre Gesundheit fördern und berufsbedingten Krankheiten vorbeugen sollen. Die Rückkehr von Beschäftigten nach einer Erkrankung regelt z.B. das betriebliche Eingliederungsmanagement.
Wir haben konzernweit zahlreiche Managementsysteme und Maßnahmen eingeführt sowie an die Geschäftsmodelle der Unternehmensbereiche angepasst. Sie konzentrieren sich auf den Arbeits- und Gesundheitsschutz im Produktionsbereich sowie das betriebliche Gesundheitsmanagement für Angestellte in Gesundheitseinrichtungen oder im Bereich der Verwaltung.
Alle Standorte unterliegen zudem den jeweiligen Vorschriften und Gesetzen vor Ort. Die Einhaltung dieser Vorschriften wird auf lokaler Ebene sichergestellt. Zusätzlich zu den gesetzlichen Vorgaben spielen auch interne Richt- und Leitlinien wie Managementhandbücher und Standardverfahrensanweisungen eine erhebliche Rolle für Arbeitsschutz und -sicherheit. Neben dem konzernweiten Fresenius-Verhaltenskodex verfügen die Unternehmensbereiche über eigene Richtlinien, die den Arbeits- und Gesundheitsschutz regeln, z. B. den Clinical Code of Conduct für die Bereiche Rehabilitation und Pflege sowie medizinisches Personal im Marktsegment Gesundheitsdienstleistungen.
Die internen Vorgaben werden durch entsprechende international anerkannte Standards für Managementsysteme, wie die ISO-Norm 45001, an einigen Standorten sowie andere Zertifizierungen nach ISO oder nationalen Standards ergänzt. Das übergreifende Ziel des Managementsystems nach ISO 45001 ist es, das Arbeits- und Gesundheitsschutzmanagement kontinuierlich zu verbessern, nach international anerkannten Methoden auszurichten und die Wirksamkeit der bestehenden Verfahren und Systeme zu gewährleisten. Um dies voranzutreiben, erweitern wir die Anzahl der nach dieser Norm zertifizierten Einheiten beständig.
Weiterführende Informationen finden Sie im 2024 CSRD-Bericht ab Seite 216.
Wir haben weitere präventive und abmildernde Maßnahmen ergriffen, um potenzielle Menschenrechtsrisiken in Verbindung mit unserer Geschäftstätigkeit zu minimieren. Dazu gehören Schulungen, die wir für unsere Belegschaft anbieten. So schulen wir die Beschäftigten des Konzerns z. B. regelmäßig zu Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz, um Zwischenfälle in ihrem Arbeitsbereich zu vermeiden.
Um Toleranz und Wertschätzung innerhalb unserer Belegschaft nachhaltig zu fördern und Diskriminierungsrisiken zu mitigieren, bedarf es nicht nur einer entsprechenden Kultur, die von den Führungsgremien vorgelebt wird; die Beschäftigten werden auch durch Trainings und Weiterbildungsangebote zum Thema Vielfalt geschult.
Die Beseitigung von Diskriminierung ist sowohl Bestandteil unserer konzernweiten Compliance-Programme als auch ein wesentliches Element unseres Menschenrechtsprogramms. Diese Konzepte werden ergänzt durch geeignete Kontrollen, Prozessdokumentationen, Schulungskonzepte, Sensibilisierungsmaßnahmen sowie den Einsatz von Hinweisgebersystemen. So wollen wir sicherstellen, dass Diskriminierung, einschließlich Belästigung, in unserem operativen Geschäft verhindert, eingedämmt oder bekämpft wird, wenn wir Kenntnis von Verstößen, Risiken oder Auswirkungen erlangen.
Als weiteres zentrales Element rollen wir ab 2025 sukzessive eine konzernweite Schulung zum Thema Menschenrechte für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus. Diese hat zum Ziel, unsere Mitarbeitenden zu diesem wichtigen Thema aufzuklären und weiter zu sensibilisieren – nicht nur über ihre persönlichen Menschenrechte, sondern auch über den Beitrag, den alle im Rahmen ihrer täglichen Arbeit leisten können.
Zusätzlich haben wir individuelle und lokale Maßnahmen umgesetzt, um unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bestmöglich zu schützen – immer im Rahmen unseres Einflussvermögens. So setzen wir z.B. an risikobehaften Standorten mehr Sicherheitspersonal ein als sonst in Kliniken üblich, um unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie unsere Patientinnen und Patienten im Klinikbereich 24 Stunden am Tag noch besser schützen zu können. Darüber hinaus wurde z.B. in Kolumbien ein monatliches Komitee mit Teilnehmenden aus dem lokalen Management und den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern eingerichtet, um den Dialog weiter zu stärken.
Weitere Details zu Präventions- und Abhilfemaßnahmen sowie zur Angemessenheit und Wirksamkeit sind hier verfügbar.
Priorisierte Risikobereiche entlang unserer Wertschöpfungskette
Die im Berichtsjahr 2024 durchgeführte und weiterentwickelte Risikoanalyse hat folgende bestehende priorisierte Risikobereiche entlang unserer Wertschöpfungskette bestätigt sowie weitere potenzielle Risiken aufgezeigt:
- Entlohnung und angemessene Vergütung
- Diskriminierung und Ungleichbehandlung
- Umweltverunreinigungen
- Vereinigungsfreiheit und Kollektivverhandlungen
- Arbeitssicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz
Präventivmaßnahmen zur Risikominderung entlang unserer Wertschöpfungskette
Um den potenziell negativen Auswirkungen zu begegnen, haben wir neben bestehenden Präventionsmaßnahmen weitere initiiert und umgesetzt. Mit der risikobasierten Implementierung von Menschenrechts- und Umweltklauseln in Verträgen vereinbaren wir mit Lieferanten konkrete Anforderungen für die Zusammenarbeit und Informationspflichten im Fall von Menschenrechtsverletzungen.
Zudem legt auch unser Verhaltenskodex für Geschäftspartner grundsätzliche Erwartungen an die Achtung der Menschenrechte fest. Um die Einhaltung dieser Grundsätze zu überprüfen und mit den Ergebnissen auch branchenweit Unterstützung zu leisten, hat z.B. die Fresenius Kabi im Berichtsjahr (2024) den Beitritt zur Pharmaceutical Supply Chain Initiative (PSCI) als Associate Member vorbereitet. Künftig wird sich das Unternehmen an dem branchenweiten Audit Pooling beteiligen und so zu mehr Transparenz zu Arbeitsbedingungen und – wo nötig – entsprechenden Korrektur- oder Abhilfemaßnahmen in der pharmazeutischen Wertschöpfungskette beitragen.
„Mit unserer Mitgliedschaft in der Pharmaceutical Supply Chain Initiative bekennen wir uns zu gemeinsamer Verantwortung, ethischer Beschaffung und partnerschaftlicher Zusammenarbeit – alles wesentliche Elemente, um die Achtung der Menschenrechte entlang unserer Wertschöpfungskette zu fördern.“
Marco Kraemer, Director Supplier Quality Management & Human Rights Function, Fresenius Kabi
Um die Transparenz in unseren vor- und nachgelagerten Prozessen weiter zu erhöhen, planen wir zudem, die bestehenden Beschreibungen und Visualisierungen unserer Wertschöpfungsketten weiter auszubauen und auf dieser Basis Fokusrisikoanalysen durchzuführen.
Weitere Details zu Präventions- und Abhilfemaßnahmen sowie zur Angemessenheit und Wirksamkeit sind hier verfügbar.
Menschenrechte bei Fresenius
Unser MenschenrechtsprogrammKontakt
Fresenius SE & Co. KGaA
Else-Kröner-Str. 1
61352 Bad Homburg
Deutschland
humanrights@fresenius.com
Menschenrechtsprogramm
Unser Menschenrechtsprogramm Konzernweite Governance & Verantwortlichkeiten Präventions- und Abhilfemaßnahmen Beschwerdeverfahren & -bearbeitungHinweisgebersystem
Hinweise zu möglichen menschenrechtlichen oder andersartigen Compliance-Verstößen können Sie rund um die Uhr namentlich oder anonym über unser Hinweisgebersystem* melden:
Telefonnummer: +49 (0) 800 181 1338*
https://freseniusgroup.ethicspoint.com
Weitere Infos zum Hinweisgebersystem
* Es gelten die Tarife Ihres Mobilfunk- bzw. Festnetzvertrages.
Die Berichterstattung zur Achtung der Menschenrechte für das Jahr 2024 und folgende finden Sie in unserem Nachhaltigkeitsbericht (CSRD-Bericht). Weitere Informationen zum Menschenrechtsprogramm von Fresenius sind hier verfügbar: fresenius.com/de/menschenrechte
Das Expertengremium ist mit vier internationalen Fachleuten aus Wissenschaft, Wirtschaft und Beratung besetzt. Es wurde von Michael Moser, Mitglied des Vorstands, ins Leben gerufen und begleitet Fresenius bei der Weiterentwicklung der Nachhaltigkeitsstrategie. Inhaltlich ging es in der gestrigen Sitzung um Schwerpunktthemen wie Wassermanagement oder die Weiterentwicklung des konzernweiten Menschenrechtsprogramms.
Sarah Tix, Head of Group Sustainability und und Anahita Thoms, Vorsitzende des Beirats, erläutern am Rande eines Werksrundgangs die Bedeutung von Nachhaltigkeitsthemen - siehe Video rechts.
Der Standort in Friedberg von Fresenius Kabi liefert essenzielle Medizinprodukte für die Versorgung von kritisch und chronisch Kranken in mehr als 100 Länder. Im Werk arbeiten rund 650 Mitarbeitende. Jährlich werden hier mehr als 125 Millionen Infusionslösungen und rund 70 Millionen Flüssigmedikamente wie Schmerz- und Betäubungsmittel hergestellt. Das angeschlossene Logistikzentrum stellt jeden Monat rund 40.000 Sendungen zusammen, verpackt und verschickt diese.
26. März 2025
Bad Homburg, Deutschland
Veröffentlichung Geschäftsbericht 2024
Konzernabschluss und Konzern-Lagebericht (IFRS)
„Ich habe Krebs“ – diesen schwierigen Satz müssen jedes Jahr allein in Deutschland rund eine halbe Millionen Menschen aussprechen. Wie ein Schatten legt sich die Diagnose über das Leben der Patientinnen und Patienten und ihrer Angehörigen. Viele Ängste und Sorgen, aber auch Hoffnung und Zusammenhalt – all diese Emotionen verbinden die Betroffenen. Und doch ist jeder Patient und jede Erkrankung einzigartig.
Der heutige internationale Weltkrebstag beleuchtet unter dem Motto „Gemeinsam einzigartig“, auf Englisch „United by Unique“, den Anspruch einer zeitgemäßen Krebsversorgung: Eine, die den Menschen in den Fokus nimmt, nicht nur die Krankheit betrachtet – und die ihn ganzheitlich behandelt.
Dies ist ein Anspruch, für den auch Fresenius steht. Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter begleiten von einer Krebserkrankung Betroffene in allen Phasen ihrer Erkrankung: von der Vorsorge über die erste Diagnose und Therapie bis hin zur häuslichen Versorgung. Sie geben immer ihr Bestes – nicht nur im Kampf gegen den Krebs, sondern auch für eine möglichst hohe Lebensqualität der Patientinnen und Patienten. Ganz gemäß unserem Versprechen „Committed to life“ – wir verbessern das Leben der Menschen.
Das Ziel: optimale Versorgung und ein Stück Normalität
Fresenius Kabi setzt sich dafür ein, Patientinnen und Patienten während der gesamten Krebstherapie zu unterstützen. Ziel ist es, ihnen eine optimale Versorgung zu ermöglichen und Ihnen so viel Normalität wie möglich zurückzugeben. Das Portfolio reicht dabei von Arzneimitteln über Medizinprodukte für die klinische Ernährung bis hin zu weiteren unterstützenden Dienstleistungen.
Mit hochwirksamen Medikamenten wie etwa einer breiten Palette an Onkologie-Produkten wie Chemotherapeutika und Biosimilars lassen sich heute Therapien personalisieren. Generika und Biosimilars werden dabei nicht nur zur Tumorbekämpfung eingesetzt – einige helfen auch, Nebenwirkungen zu reduzieren und die Lebensqualität zu verbessern.
Eine Krebserkrankung und ihre belastende Behandlung können den Ernährungszustand von Patientinnen und Patienten beeinträchtigen und den Organismus erheblich schwächen. Medizinische Ernährungsprodukte für Krebspatienten können einer Mangelernährung entgegenwirken und versorgen Betroffene mit wichtigen Nährstoffen, die sie in kritischen Phasen ihrer Erkrankung benötigen.
Für die Krebspatienten und ihre Angehörigen bleibt der Kampf gegen die Erkrankung eine Ausnahmesituation, mit der sie nicht alleingelassen werden sollten. Fresenius Kabi bietet darum Bildungs- und Unterstützungsprogramme an, die das psychische Wohlbefinden während der gesamten Behandlungsdauer fördern, beispielsweise bei der Umstellung von der Behandlung im Krankenhaus auf die häusliche Versorgung.
Besonders bei Kindern spielt die Langzeitnachsorge eine wichtige Rolle
Helios setzt in der Krebsbehandlung auf eine ganzheitliche Onkologie. Dabei stehen der einzelne Mensch und seine medizinische Vorgeschichte im Mittelpunkt, um jeder Patientin und jedem Patienten die bestmögliche, individuell angepasste Therapie zu ermöglichen.
Eine Krebserkrankung ist und bleibt eine äußerst schwierige Situation im Leben – erst recht, wenn er sehr früh auftritt. Erkrankte Kinder haben besondere Bedürfnisse, denen sich die Beschäftigten in der Kinderonkologie an vier deutschen Standorten der Helios Kliniken widmen.
Einer ihrer jüngsten Patienten ist Mika: Der Junge erkrankte 2024 im Alter von nur vier Jahren an Akuter Lymphatischer Leukämie. In den Helios Kliniken Schwerin erhält er eine altersgerechte Chemotherapie auf dem neuesten Stand der Medizin. Seine Heilungschancen liegen zwar bei 90 Prozent, aber die Behandlung ist für den Jungen und seine Familie eine enorme Belastung, körperlich und seelisch. Daher werden sie von den Beschäftigten auch psychologisch betreut. Eine wichtige Rolle spielt bei Kindern zudem die Langzeitnachsorge, um Folgeerkrankungen vorzubeugen. Bei Helios sind zum Beispiel Onkopsychologen immer mit in die Therapie eingebunden.
Eine individuelle Behandlung und Begleitung bei Krebs, ganz gleich in welchem Alter, ist entscheidend. Dazu arbeiten bei Helios Fachkräfte verschiedener Disziplinen eng zusammen, um von der Diagnostik über die personalisierte Therapie und Nachsorge die beste Kombination zu finden.
Quirónsalud stellt den Menschen noch stärker in den Mittelpunkt der Versorgung
Von einem ganzheitlichen Ansatz und innovativen Therapiemethoden profitieren auch Patientinnen und Patienten, die bei Quirónsalud in Spanien behandelt werden. Die zu Fresenius Helios gehörende Krankenhaus-Gruppe unterhält in nahezu allen Krankenhäusern Onkologie-Abteilungen mit hochspezialisierten Fachkräften. Sie kooperieren in multidisziplinären Gremien eng mit anderen Teams und setzen State-of-the-art-Technologie für die Diagnose und Behandlung ganz unterschiedlicher Tumore ein. Quirónsalud zählt z. B. auch zu den Vorreitern in der Protonentherapie, die auf eine millimetergenaue Bestrahlung von Tumoren setzt.
Ärzte und Pflegekräfte sind dabei immer nahe am Patienten, also „human to human“. Um bei der Versorgung den Menschen noch mehr in den Fokus zu stellen, hat beispielsweise die Jiménez Díaz Foundation in Madrid in ihrer onkologischen Tagesklinik ein Projekt ins Leben gerufen, das den Namen HOPE trägt. Die patientenorientierte Initiative hilft den Betroffenen mittels Digitalisierung, Wartezeiten zu vermeiden und so wertvolle Zeit zu gewinnen. Seit der Einführung des Tools hat sich der Stress für alle Beteiligten reduziert und die Lebensqualität der Betroffenen spürbar verbessert. Auch die Wirksamkeit und Sicherheit der Therapien hat sich dadurch erhöht.
Innovative Therapien können Menschenleben retten
Egal, von wo aus die medizinischen Teams von Fresenius heute operieren – sie setzen alles daran, jeder Patientin und jedem Patienten den bestmöglichen Zugang zur medizinischen Versorgung zu ermöglichen. So wie bei Mika aus Schwerin, der zwar noch lange nicht über dem Berg ist, dem es mittlerweile aber wieder besser geht.
Während der Behandlung hat Mikas Vater einen Blog begonnen, um diese harte Zeit besser zu verarbeiten – mit riesiger öffentlicher Anteilnahme. Dankbar hat der Vater dies Aufmerksamkeit für einen guten Zweck genutzt: Er sammelte bisher mehr als 30.000 Euro Spenden für die Deutsche Kinderkrebshilfe und die Krebsforschung bei Helios in Schwerin.
Denn auch darauf kommt es an. Innovative Therapien, die dank moderner Forschung mit Hochdruck entwickelt werden, können am Ende Menschenleben retten. Fachleute bei Helios rechnen damit, dass in den nächsten Jahren in der Krebstherapie wichtige neue Meilensteine erreicht werden. Hoffnungsträger sind zum Beispiel die CAR-T-Zelltherapien, hochwirksame Antikörper-Wirkstoffkonjugate und Tumorvakzinen, also spezielle Impfungen, die Krebs erst gar nicht entstehen lassen. Therapie und Prävention werden sich in den nächsten Jahren immer weiter verbessern, um so im Kampf gegen den Krebs den Schatten der Krankheit immer weiter zu verdrängen.
Erfahren Sie mehr über neue Krebstherapien
CAR-T-Zelltherapie: innovative Therapie mithilfe genveränderter Zellen Die neuen ADC-Wirkstoffe sind eine echte Revolution HOPE gibt HoffnungFresenius hat mit der Worldwide Hospital Group (WWH) eine Vereinbarung über die vollständige Veräußerung des internationalen Projektgeschäfts der Vamed (Health Tech Engineering, HTE) getroffen. Das Unternehmen hatte ursprünglich im Mai 2024 angekündigt, im Rahmen des strukturierten Ausstiegs aus der Investment Company Vamed das HTE-Projektgeschäft schrittweise und geordnet zurückzufahren. Dies sollte weitgehend bis 2026 abgeschlossen sein. Der nun vereinbarte Verkauf wird diesen Ausstieg beschleunigen. Fresenius kann sich so noch stärker auf die Weiterentwicklung der Kerngeschäfte Fresenius Kabi und Fresenius Helios im Rahmen von #FutureFresenius konzentrieren und seine Managementkapazitäten darauf fokussieren. Für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des internationalen Projektgeschäfts der Vamed bietet die Transaktion die Perspektive der Fortführung des Geschäfts.
Die Worldwide Hospitals Group (WWH), ein Gesundheitsunternehmen mit Sitz in Deutschland, hat sich auf flexible modulare Krankenhauslösungen spezialisiert – sowohl auf See als auch an Land. Das internationale Projektgeschäft der Vamed wird das Kerngeschäft von WWH ergänzen und erweitern.
Der Abschluss wird für Mitte 2025 erwartet in Abhängigkeit von der Erfüllung bestimmter Abschlussbedingungen.
Diese Mitteilung enthält zukunftsbezogene Aussagen, die gewissen Risiken und Unsicherheiten unterliegen. Die zukünftigen Ergebnisse können erheblich von den zurzeit erwarteten Ergebnissen abweichen, und zwar aufgrund verschiedener Risikofaktoren und Ungewissheiten wie zum Beispiel Veränderungen der Geschäfts-, Wirtschafts- und Wettbewerbssituation, Gesetzesänderungen, Ergebnisse klinischer Studien, Wechselkursschwankungen, Ungewissheiten bezüglich Rechtsstreitigkeiten oder Untersuchungsverfahren, die Verfügbarkeit finanzieller Mittel sowie unvorhergesehene Auswirkungen internationaler Konflikte. Fresenius übernimmt keinerlei Verantwortung, die in dieser Mitteilung enthaltenen zukunftsbezogenen Aussagen zu aktualisieren.