Entdecken Sie am heutigen Weltgesundheitstag, wie die Geschäftsbereiche von Fresenius Forschung und Entwicklung, neue Technologien und Patientenversorgung zusammenbringen, um dazu beizutragen, die Behandlungsergebnisse für Patientinnen und Patienten zu verbessern.
Am 7. April ist der internationale Weltgesundheitstag, der 2026 unter dem Motto „Together for health. Stand with science.“ steht. Er stellt die Bedeutung wissenschaftlicher Erkenntnisse und Zusammenarbeit als Basis für Fortschritte in der Medizin und eine bessere Patientenversorgung in den Mittelpunkt.
Diese Fortschritte entstehen nicht zufällig. Sie sind das Ergebnis intensiver Forschung, dem stetigen Streben nach Innovationen und einer engen internationalen Zusammenarbeit von Wissenschaft, Industrie und klinischer Praxis. Diesem Anspruch folgt auch Fresenius. Viele unserer rund 175.000 Mitarbeitenden arbeiten über alle Segmente hinweg täglich daran, wissenschaftliche Erkenntnisse in konkrete Verbesserungen in der Diagnostik, bei Arzneimitteln und in der Patientenversorgung zu übersetzen. Prof. Dr. med. Ralf Kuhlen, Chief Medical Officer Corporate Development bei Fresenius, bringt es auf den Punkt: „Wir sind bestrebt, wissenschaftliche Erkenntnisse in bessere Versorgung umzusetzen – gemeinsam mit wissenschaftlichen Institutionen haben wir das Ziel, Behandlungen effizienter, sicherer, zuverlässiger und für mehr Patientinnen und Patienten zugänglich zu machen.“
Vom Patientenpfad bis zum wissenschaftlichen Fortschritt bei Helios
Einer dieser Patienten ist Benjamin Kaiser. Als er nach zwei Wochen anhaltender Bauchschmerzen seine Hausärztin aufsucht, rechnet er nicht mit einer Diagnose, die sein Leben innerhalb weniger Stunden grundlegend verändern würde. Doch in den folgenden Tagen bringt die Diagnostik Gewissheit: Es ist ein aggressives B-Zell-Lymphom. Es folgen belastende Untersuchungen und eine erste Immunchemotherapie. Doch nach sechs Zyklen zeigt sich: Der Tumor wächst weiter. Also müssen für den 37-Jährigen weitere Behandlungsmöglichkeiten in Betracht gezogen werden. Eine Standardbehandlung in dieser Situation ist die CAR-T-Zelltherapie. Zu diesem Zeitpunkt unterliegt die Therapie in Deutschland keinen Einschränkungen mehr. Da sie jedoch hoch spezialisiertes Fachwissen erfordert, wird die Therapie in der Regel nur in ausgewählten Kliniken durchgeführt; ein Grund, warum Benjamin Kaiser an das spezialisierte Behandlungszentrum am Helios Klinikum Berlin-Buch überwiesen wird.
Hier in Berlin-Buch hat Benjamin Kaiser Zugang zu einer CAR-T-Zelltherapie, einer personalisierten Immuntherapie, bei der körpereigene Immunzellen genetisch verändert werden, um Krebszellen gezielt anzugreifen. Bei der Herstellung dieser Therapien können die Zellverarbeitungssysteme LOVO und Cue von Fresenius Kabi eine wichtige Rolle spielen, da sie das Waschen, Konzentrieren, Formulieren und finale Bereitstellen der Zellen automatisieren. Zuvor stabilisiert das Behandlungsteam unter der Leitung von Prof. Dr. Bertram Glaß, Head of Hematology and Oncology am Helios Klinikum Berlin-Buch, den Krankheitsverlauf mit Bestrahlung und Antikörpertherapie und schafft so die Voraussetzung für die Zelltherapie.
Dass diese Therapie heute in Deutschland verfügbar ist, ist das Ergebnis internationaler klinischer Forschung und der aktiven Beteiligung unserer Kolleginnen und Kollegen von Helios. Das Team in Berlin-Buch war an der TRANSFORM-Studie beteiligt und ermöglichte Patientinnen und Patienten früh den Zugang zu dieser Behandlung. Seit 2019 werden hier regelmäßig CAR-T-Zelltherapien durchgeführt. Parallel untersuchen Forschende, wie sich der Einsatz in frühere Krankheitsphasen verlagern lässt, und analysieren europäische Registerdaten, um Therapien gezielter einzusetzen.
Dr. Anna Ossami Saidy, Ärztin in Weiterbildung im Team von Prof. Glaß und Mitglied der europäischen Lymphom-Arbeitsgruppe, analysiert Daten aus dem Register der Europäischen Gesellschaft für Blut- und Knochenmarktransplantation (EBMT). „Erst durch die Auswertung einer großen Anzahl von Patientendaten können wir verstehen, welche Therapie für welchen Patienten am besten wirkt – und Behandlungen gezielt weiterentwickeln“, sagt sie. „Dafür brauchen wir aber immer die Kooperation der Patienten!“ Ihre Ergebnisse zeigen: Verschiedene CAR-T-Zellprodukte sind in vergleichbaren Fällen ähnlich wirksam – ein wichtiger Schritt hin zu individualisierten Therapieentscheidungen. Das Projekt wurde auf dem EBMT-Kongress 2026 ausgezeichnet.
Für Benjamin Kaiser hat diese Forschung unmittelbare Folgen: Heute sind keine Tumorreste mehr nachweisbar. Er plant die Rückkehr in seinen Beruf, weiß aber, dass die Nachsorge entscheidend bleibt. Seine Bereitschaft, Daten für die Forschung zur Verfügung zu stellen, ist für ihn selbstverständlich. Eines wird deutlich: Fortschritt entsteht nicht nur im Labor, sondern auch durch Patientinnen und Patienten, die sich daran beteiligen.
Von Fresenius Kabi vorangetriebene Forschung
Während auf Intensivstationen täglich Entscheidungen getroffen werden, die das Wohlergehen von Patientinnen und Patienten betreffen, rückt bei Fresenius ein weiterer Faktor in den Fokus: die klinische Ernährung kritisch kranker Patientinnen und Patienten. Hier setzen Initiativen von Fresenius Kabi an – getragen von Forschenden und medizinischen Expertinnen und Experten, die das Ziel verfolgen, die Versorgung durch wissenschaftliche Erkenntnisse weiterzuentwickeln.
Fresenius Kabi investiert in die nächste Generation Forschender. Im Rahmen unserer internationalen JUMPstart-Programme unterstützen wir junge Ärztinnen und Ärzte sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit mit Mentoring und Schulungen. Ziel ist die Entwicklung eigener Studien – von der ersten Idee bis zur Umsetzung. So entsteht ein wachsendes Netzwerk engagierter Forschender, das neue Impulse für die medizinische Ernährung setzt, etwa in der Intensivmedizin oder bei chronischen Erkrankungen.
Darüber hinaus unterstützen Teams von Fresenius Kabi aus dem Bereich Medical Clinical & Scientific Affairs in Zusammenarbeit mit der European Society of Intensive Care Medicine (ESICM) konkrete Forschungsprojekte in der Ernährungstherapie. Mit dem ESICM-Fresenius Kabi Medical Nutrition Research Grant werden Studien finanziert, die sich mit zentralen Versorgungsfragen befassen, wie beispielsweise Stoffwechsel, Nährstoffbedarf und wirksamen Ernährungsstrategien für kritisch kranke Patientinnen und Patienten. Fellowships und Schulungsprogramme unterstützen junge Intensivmedizinerinnen und -mediziner, neue Erkenntnisse direkt in den klinischen Alltag zu übertragen.
Die beiden Programme greifen ineinander: Während die ESICM-Kooperation aktuelle Forschung in die Anwendung bringt, schafft JUMPstart die Grundlage für die Versorgung von morgen. Beide Initiativen haben das Ziel, wissenschaftliche Erkenntnisse zu erlangen, sie schneller in die klinische Praxis zu überführen und damit die Versorgung kritisch und chronisch kranker Menschen zu verbessern.
Zudem zeigen Initiativen wie das EASYGEN-Konsortium, wie die Zusammenarbeit von Industrie, Kliniken und Wissenschaft neue Therapieansätze vorantreiben kann, beispielsweise indem daran gearbeitet wird, eine dezentrale Herstellung von CAR-T-Zelltherapien zu ermöglichen und den Zugang zu diesen Therapien für Patientinnen und Patienten zu verbessern. „Fresenius Kabi unterstützt die EASYGEN-Initiativen durch die Entwicklung und den Einsatz der nächsten Generation des Cue Zellverarbeitungssystems, das eine neuartige Methode der T-Zellenselektion für die in sich geschlossene Herstellung patienteneigener CAR-T-Zellen in großen Mengen nutzt. Dadurch wird eine duale Systemintegration ermöglicht, die durch die Zusammenarbeit mit TQ Therapeutics vorangetrieben wird“, erklärt Paige Bothwell, Forschungswissenschaftlerin bei Fresenius Kabi Research Technologies. Das Konsortium ist ein Zusammenschluss von 18 Organisationen und umfasst – neben Fresenius Kabi – Fresenius, Helios und Quirónsalud als aktive Partner.
Parallel dazu konzentrieren sich die Aktivitäten von Fresenius Kabi im Bereich Pharma auf die Bereitstellung von lebenswichtigen Medikamenten. Dazu gehören i. v. Arzneimittel und Infusionslösungen, die ein wesentlicher Bestandteil vieler Behandlungsprotokolle sind, insbesondere in der Onkologie und der Intensivmedizin.
Ein zentraler Pfeiler unseres Geschäftsbereichs Biopharma ist die Entwicklung von Biosimilars – biologischen Arzneimitteln, die in Bezug auf Qualität, Sicherheit und Wirksamkeit den Referenzprodukten entsprechen und gleichzeitig dazu beitragen, die Kosten in der Gesundheitsversorgung zu senken. Durch ein vertikal integriertes Modell von der Forschung und Entwicklung bis zum Vertrieb möchte Fresenius Kabi seine Biosimilar-Versorgungskette widerstandsfähig und zuverlässig machen. Auf diese Weise wird wissenschaftliche Innovation in einen breiteren Zugang zu wirksamen Therapien und in nachhaltigere Gesundheitssysteme umgesetzt.